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Erweiterung und Modernisierung des Olympia-Eissport-Zentrums

 

Das Olympia-Eisstadion wurde 1934 erbaut, 1939 erweitert und 1964 fanden die Um- und Erweiterungsarbeiten mit der Überdachung der Olympia-Eishalle ihren vorläufigen Abschluss. Aber trotz aller dieser Arbeiten genügte die Anlage den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Zudem nagte der Zahn der Zeit an der Gebäudesubstanz.
Insbesondere war sich die Werkleitung der Gemeindewerke darüber im klaren, dass Garmisch-Partenkirchen seinen Ruf als führender Wintersportort Deutschlands im Bereich des Eissports nur mehr halten kann, wenn es gelingt, dem Eissport Funktion und Ausstattung zu ermöglichen, die heute bei Leistungszentren und internationalen Eissportarenen vorgefunden werden und Stand der Technik sind.
Im Verfolg dessen beauftragten die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen für die Modernisierung und Erweiterung des Olympia-Eissport-Zentrums das mit der Planung solcher Großprojekte bestens vertraute Architektur- und Ingenieurbüro Deyle aus Stuttgart. Maßgabe war, ein Eissportzentrum zu erhalten, das für die Zukunft den sportlichen und fremdenverkehrswirtschaftlichen Belangen Garmisch-Partenkirchens Rechnung trägt. Außerdem sollten während der ,,eisfreien" Zeit verstärkt kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden können.

 1. Bürgermeister Toni Neidlinger und der damalige Werkdirektor Hubert Nessler präsentieren das Modell des künftigen Olympia-Eissport-Zentrums.

Zur Realisierung und insbesondere zur Finanzierung des Projektes war es wichtig, offizielle Funktionen im Bereich des Eissports zu erhalten. Mit der Anerkennung des Titels "Bundesstützpunkt Curling" und "Bundesstützpunkt Eisstockschießen" konnte dieses Ziel erreicht werden.
Aufgabe für die Planung war es nun, den Neubauteil mit seinen ergänzenden Funktionen behutsam an die vorhandene Architektur anzubinden und eine neue, homogene Einheit zu schaffen. Wichtige Kriterien neben der Funktionalität und Wirtschaftlichkeit waren aber auch die Sanierungs-, Modernisierungs- und Ergänzungsmaßnahmen.

Das heutige Olympia-Eissport-Zentrum gliedert sich in folgende Bereiche:

 

  • Olympiahalle (Halle I) mit Standardeisfeld 30 x 60 Meter
  • Alpspitzhalle (Halle II) mit Standardeisfeld 30 x 60 Meter
    nutzbar für fast alle Eissportarten,
    einschl. Curling und Eisstockschießen
  • Dreirinkfläche für Curling u. Eisstockschießen 15 x 45 Meter
  • Freieisfläche I mit Standardeisfeld 30 x 60 Meter
  • Freieisfläche II mit Eisfeld 30 x 45 Meter

 

Die Halle II ist mit der Freieisfläche I durch ein Eisband verbunden. Insgesamt stehen nun 4.275 qm Halleneis und 3.150 qm Freieis zur Verfügung.

Mit einer Gesamtfläche von fast 7.500 qm Kunsteis zählt das Olympia-Eissport-Zentrum zu den größten Anlagen in Europa und wird mit Sicherheit allen Anforderungen voll gerecht.

Gastronomie und Winterkurpark

 

Im 1. Stock des Neubautraktes entstand ein Panoramarestaurant mit 160 Sitzplätzen. Dem Gast erschließt sich nicht nur ein Blick auf die Freieisflächen und die grandiose Bergwelt des Wetterstein- und Zugspitzmassivs, sondern er kann auch den Sportlern in der Halle II und in der Curlinghalle zuschauen.
Mit mobilen Wandkonstruktionen ist es möglich, das Restaurant für Schulungen, Seminare und Konferenzen in mehrere Bereiche zu unterteilen.
Im Außenbereich wurde ein großzügiger Winterkurpark mit nach Süden gerichteten Sonnenterrassen geschaffen. Da diese Terrassen in Winkelform angeordnet sind, bieten sie ideale Möglichkeiten zum Sonnenbaden und außerdem kann man von hier aus das Treiben der Eissportler ausgezeichnet beobachten.

 Im Herbst 1991 standen die Stahlbetonpfeiler.

Technische Konzeption

 

Wesentlicher Punkt der Gesamtsanierung ist aber auch vor allem eine umweltschonende Technik und Energieerzeugung. Hier wurde eine neue Kälteverdichteranlage (mit Ammoniak) mit sieben Aggregaten und modernster computergesteuerter Leit- und Optimierungstechnik installiert. Kombiniert wird diese Anlage mit einem vorgeschalteten Blockheizkraftwerk das bei hohem Wirkungsgrad, also bester Energieausnutzung und unter Einsatz des umweltschonenden Energieträgers Erdgas die für Eisstadion und Hallenbad benötigten Energien in Form von Strom und Wärme in ökologisch sinnvoller Weise erzeugt. Mit Hilfe dieser Anlage ist es möglich, den Energieeinsatz gegenüber der bisherigen Absorptionskälteanlage erheblich zu reduzieren. Das Berohrungssystem der Eisflächen hat eine Länge von ca. 22 km.

Die Kälteerzeugung erfolgt über Kolbenverdichter mit NH3 Direktverdampfung. Im Hinblick auf optimale Sicherheit und die Möglichkeit des Betriebes mit unterschiedlichen Verdampfungstemperaturen wurden für die fünf Eisfelder drei Kältekreise vorgesehen.

 Ein Blick ins Innenleben der Eisfläche.

Die auf hohem Temperaturniveau zur Verfügung stehende Enthitzerwärme wird in den Hochtemperatur-Heizkreis des Olympia-Eissport-Zentrums eingespeist.
Nachwärmung im erforderlichen Umfang erfolgt über Plattenwärmetauscher, welche vom Blockheizkraftwerk der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen mit Wärmeenergie versorgt werden.
Die über die Verflüssiger rückgewonnene Abwärme wird in einen Niedertemperaturkreis eingespeist. Sie dient der Wärmeversorgung der Schneeschmelzgruben sowie der Vorwärmung von Außenluft und Brauchwasserbereitung.
Wesentliche Anteile des Wärmebedarfs können über Rückgewinnung der Kondensationswärme abgedeckt werden. Weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung sind:

 

  • Rückgewinnung der Abluftenthalpie
  • bei der Halle II zusätzlich: in den Abluftkreis geschaltete Wärmepumpen
  • Einsatz einer zentralen Leittechnik.

 

 

Leimholzbinder aus dem Münsterland

 

Die Firma HEG aus dem Münsterland lieferte die acht Leimholzbinder für die Halle II. Jeder dieser acht Binder hat eine Länge von 48 und eine Höhe von 3,75 Metern. Das Gewicht beträgt ca. 18 Tonnen (!). Von den LKW-Fahrern wurde die gleiche Präzisionsarbeit gefordert, wie später vom Kranfahrer, der die Träger in die dafür ausgesparten Öffnungen des Betonkranzes hievte. Die Dachfläche der Halle beträgt 4.300 qm.

 Aus dem Münsterland kam dieser ca. 55 Meter lange Sattelzug.

Bautagebuch

 

2.5.1990      Baubeginn für die Sanierungs-, Modernisierungs- und Ergänzungsmaßnahme.
22.4.1991    Beginn der Baumeisterarbeiten für die neuen Publikums-Funktionsbereiche.
16.7.1992    Richtfest der Eissporthalle II.
19.8.1993    Abnahme der Kälteanlage und Beginn des Probebetriebs für alle Eisflächen.

Steigerung der Betriebswirtschaftlichkeit durch Integration eines Blockheizkraftwerkes

 

Wesentliche Bereiche des Olympia-Eissport-Zentrums und des Alpspitz-Wellenbades werden mit einem von den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen betriebenen Blockheizkraftwerk mit Wärme und elektrischer Energie versorgt.
Das BHKW besteht aus zwei Verbrennungsmotoren, die mit Erdgas betrieben werden und deren Verlustwärme aus Abgasen und Kühlwasser genutzt wird. Die Stromerzeugung erfolgt durch die beiden erwähnten Motoren, die ihrerseits Generatoren antreiben.



Die für das Alpspitz-Wellenbad und das Olympia-Eissport-Zentrum benötigte Wärmemenge liegt jährlich bei ca. 6,7 Mio kWh. Hiervon werden ca. 20 % durch die Spitzenkesselanlage abgefahren. Den Löwenanteil von 80 % übernimmt das Blockheizkraftwerk. Für die Stromversorgung werden ca. 3,6 Mio kWh an elektrischer Energie benötigt. Hiervon erzeugt das Blockheizkraftwerk 3,4 Mio kWh, also rund 95 %. Durch den Einsatz des BHKW können demnach jedes Jahr ca. 5,9 Mio kWh Primärenergie eingespart werden!

Olympia-Eishalle wird saniert, modernisiert und mit der Halle II verbunden

 

Die baulichen Sanierungsarbeiten in der Olympia-Eishalle betreffen in erster Linie den Raumbereich der Südtribüne. Bei dieser Gelegenheit konnte die dortige Steh- in eine bequeme Sitztribüne umgewandelt werden.
Als Bindeglied zwischen der bestehenden Olympia-Eishalle und der neuen Halle fungiert eine Zwischenspange, in welche der Haupteingang integriert wurde.
Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme beliefen sich auf rund 50 Mio. DM, wovon die Bundesrepublik Deutschland und das Land Bayern erhebliche Zuschüsse leisteten.

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